Text: Svitlana Prokopchuk
In Bern beginnt bald die jährliche Aktionswoche gegen Rassismus. Während mehrerer Tage verwandelt sich die Stadt in einen Ort für Diskussionen, kulturelle Veranstaltungen und Bildungsinitiativen, die auf das Problem der Diskriminierung aufmerksam machen und einen offenen Dialog in der Gesellschaft fördern sollen.
Eine Stadt, die über schwierige Themen spricht
Die diesjährige Aktion findet bereits zum sechzehnten Mal statt. Sie wird vom 21. bis 28. März 2026 durchgeführt und ist dem Internationalen Tag zur Überwindung der Rassendiskriminierung gewidmet, der jedes Jahr am 21. März begangen wird. Das Motto der diesjährigen Woche lautet: „Ich sehe was, was du nicht siehst – Rassismus: Schauen wir gemeinsam hin!“ Die Organisatoren rufen die Gesellschaft dazu auf, genauer auf Alltagssituationen zu achten, in denen Vorurteile und Diskriminierung auftreten können.
Rassismus im Alltag
Das Thema dieses Jahres ist Freizeit und öffentlicher Raum. Gemeint sind Bereiche, in denen Menschen sich erholen und miteinander kommunizieren: Sportvereine, kulturelle Veranstaltungen, Jugendorganisationen oder Unterhaltungseinrichtungen. Gerade hier entstehen laut den Organisatoren manchmal Situationen, in denen Menschen mit Migrationserfahrung oder anderer Herkunft mit Vorurteilen konfrontiert werden.
Laut Schweizer Studien hat jede sechste Person im Land in den letzten Jahren mindestens einmal rassistische Diskriminierung erlebt. Deshalb ist es wichtig, solche Fälle nicht nur zu dokumentieren, sondern auch Räume für Diskussion und gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Dafür werden offene Diskussionen und öffentliche Vorträge, Filmvorführungen und Theaterveranstaltungen, Ausstellungen und Kunstaktionen sowie Workshops für Jugendliche und Bildungsprojekte organisiert.
An der Initiative beteiligen sich zivilgesellschaftliche Organisationen, kulturelle Institutionen und Bildungseinrichtungen, darunter auch die University of Bern, wo ebenfalls thematische Ausstellungen und Informationsveranstaltungen für Studierende stattfinden.

Ein Raum für Dialog
Das Hauptziel der Aktionswoche gegen Rassismus besteht nicht nur darin, über das Problem zu sprechen, sondern auch ein Umfeld von gegenseitigem Respekt und Gleichberechtigung zu schaffen. In einer multikulturellen Gesellschaft hilft ein offener Dialog, Stereotype abzubauen und eine Gemeinschaft aufzubauen, in der sich jede Person angenommen fühlt. Für die Einwohnerinnen und Einwohner Berns ist dies eine Gelegenheit, nicht nur kulturelle Veranstaltungen zu besuchen, sondern auch darüber nachzudenken, wie jeder Einzelne Diskriminierung im Alltag entgegenwirken kann.
Photos: Svitlana Prokopchuk