Freiwilligenarbeit verändert Leben und eröffnet neue Möglichkeiten: die Geschichte von Marina Bondarenko

„Von der Angst zur Inspiration“, sagt die Künstlerin Maryna Bondarenko. „Und ich habe Boden unter den Füßen gefunden!“ Sie kam im Juni 2022 aus Kiew in die Schweiz und gründete in nur anderthalb Jahren ein Kunstatelier, das für Hunderte von Frauen und Kindern zu einem Ort der Kraft wurde. Ihre Reise begann mit einem kleinen Schritt – der Freiwilligenarbeit.

Erste Schritte in einem neuen Land

Marina Bondarenko ist eine Frau, die ihren eigenen Weg eingeschlagen hat. Sie begann im Alter von vier Jahren zu zeichnen, als sie mit ihrem älteren Bruder ein Kunstatelier betrat. Siege bei Kinderwettbewerben, eine Reise nach Feodossija auf der Krim und erste Eindrücke von Aiwasowskis Gemälden prägten sie ihr Leben lang. Dann folgten die Donbass-Maschinenbauakademie, ein technisches Spezialstudium und die Arbeit bei Zeitungen. Doch wenn niemand zusah, zeichnete die Frau weiter – am Rand von Arbeitsheften oder auf einzelnen Blättern Papier. Und obwohl Marina die letzten zwanzig Jahre in der Metallindustrie gearbeitet hat, wurde das Zeichnen in der Schweiz zu ihrer Lebensader.

„Ich kam mit eilig gepackten Koffern hierher. Darunter waren Pinsel, Farben und Leinwände. Ich habe jeden Tag gezeichnet – beim Telefonieren und beim Online-Lernen. Es hat mir geholfen, Emotionen zu sammeln“, erinnert sie sich.

Marinas erster Schritt ins gesellschaftliche Leben Berns war die ehrenamtliche Tätigkeit beim Verein "Ukraine–Schweiz–Bern" (USB)Hier brachte sie Kindern das Zeichnen bei. „Es war ein Impuls, kein Integrationsplan. Aber so hat alles angefangen“, lächelt Marina.

Wie das Kunstatelier entstand

Der Wendepunkt war eine Einladung zu einer Geburtstagsfeier in Bern. Ein Bild, das einem Freund geschenkt wurde, führte zur Idee, den ersten Meisterkurs zu veranstalten. Dann kam die Optima-Schule in der Ukraine Schweiz Bern, kleine Kinder mit Pinseln in der Hand, Frauen, die sich zum ersten Mal seit vielen Jahren erlaubten, kreativ zu sein. Nach dem ersten Meisterkurs folgte ein zweiter, dann ein dritter. Und so entstand das Atelier aus ehrenamtlicher Initiative.

„Normalerweise kommen sie ohne Malerfahrung oder nach einer langen Pause zu den Meisterkursen. Und Schritt für Schritt schaffen sie ihr erstes Bild mit Acryl oder Öl auf Leinwand. Dann noch eins, später – mehr … Heute arbeitet Marinas Atelier in Bern und Burgdorf und versammelt über 120 Teilnehmer aus der Ukraine, Brasilien, Amerika, Moldawien und der Türkei. Dieses Jahr nahm im Atelier eine Kunstschule nach dem Prinzip der alternativen Akademisierung für Kinder ihren Betrieb auf. Es werden Malkurse für Erwachsene abgehalten und Gruppenausstellungen sowie Kunstmarathons für Kinder geplant. Die Frauen kamen ohne Erfahrung, oft nach einer 20- bis 30-jährigen Pause. Manchmal fing jemand unerwartet an zu weinen. Denn in der Sicherheit und zwischen den Farben kam heraus, was weh tat“, sagt Marina.

So entwickelten sich die Meisterkurse zu einer echten Kunsttherapie. Und später in drei Richtungen: Kinderkurse, alternative Akademisierung für Erwachsene und die Kunsttherapie selbst.

 Ehrenamtliches Engagement als Schnuppern

In der Schweiz ist Freiwilligenarbeit keine Modeerscheinung, sondern eine Möglichkeit, sich in einer neuen Rolle auszuprobieren. Deutsches Wort Schmecken bedeutet „genau hinsehen“, „fühlen“, wörtlich „riechen“. Für Migranten ist dies oft der erste Schritt in eine berufliche Karriere.

„Freiwilligenarbeit ist für mich Herausforderung und Chance zugleich. Wenn die Grundbedürfnisse gedeckt sind, ist es Zeit, tiefere Fragen zu stellen: Wer bin ich, was kann ich tun, was will ich tun, wofür sollte ich meine Energie einsetzen?“, sagt Marina. „Durch die Freiwilligenarbeit habe ich die Chance bekommen, mich wieder wie ich selbst zu fühlen, mich in ein neues Land zu integrieren und gleichzeitig andere zu unterstützen.“

Die Freiwilligenarbeit gab ihr nicht nur ein Gefühl von Sicherheit und Sinn, sondern legte auch den Grundstein für das Studio, in dem heute eine Gemeinschaft entsteht und neue Projekte entstehen. „In meinem Fall deckte sich mein Weg mit meiner Leidenschaft. Aber selbst wenn nicht, ist es immer noch eine Chance, mich selbst zu finden“, erzählt Marina.

 

Kreis der Unterstützung

„Das Wertvollste für mich ist die Gemeinschaft, die sich rund um das Studio gebildet hat“, sagt Marina. „Jemand hat sich selbstständig gemacht, jemand hat Partner gefunden, jemand – eine kreative Kraft, die er vergessen hatte. Wir wachsen gemeinsam.“ „Eine Frau, die ursprünglich zum Zeichnen kam, kreiert heute Designerkerzen. Eine andere hat einen Massagesalon eröffnet und arbeitet auch mit Menschen, deren Massage von der Krankenkasse bezahlt wird“, ist Marina stolz auf ihre „Schüler“. 

Freiwilligenarbeit in der Schweiz kann der Beginn einer neuen Karriere und einer neuen Identität sein. „Ich rate Ihnen, keine Angst zu haben und nach Gleichgesinnten zu suchen. Ich wurde von der USB-Plattform unterstützt, die immer größer wird und immer mächtiger wird. Sie können zumindest damit beginnen, Mitglied der USB zu werden. Dann eröffnen sich neue Möglichkeiten“, sagt Maryna Bondarenko aus eigener Erfahrung.  

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