EntreCivil-Veranstaltung an der ZHAW in Zürich: Weshalb psychosoziale Kompetenzen der Schlüssel zu nachhaltigem Engagement sind

Text: Olena Krylova

An der ZHAW — einer führenden Fachhochschule in der Schweiz in Zürich — fand eine inspirierende Podiumsdiskussion mit rund 50 Teilnehmenden statt. Sie wurde im Rahmen des Projekts EntreCivil organisiert, das von der ZHAW mit Unterstützung von Erasmus+ und Movetia umgesetzt wird. USB und HEKS sind die beiden Partnerorganisationen auf Schweizer Seite. EntreCivil ist ein internationales Projekt, das auf die Förderung von qualitativ hochwertigem und nachhaltigem freiwilligem Engagement abzielt, insbesondere im Bereich der Arbeit mit Geflüchteten und Migrant:innen.

Die Projektergebnisse wurden vom ZHAW-Team unter der Leitung von Prof. Michael Zirkel vorgestellt, gefolgt von einer sehr lebendigen Podiumsdiskussion mit Olena Krylova (USB) und Jenna Levicka (HEKS).

Ein zentrales Thema, das in der Diskussion deutlich hervorgehoben wurde, war die Bedeutung psychosozialer Kompetenzen im freiwilligen Engagement. Die Arbeit mit Geflüchteten erfordert weit mehr als guten Willen — sie verlangt Empathie mit gesunden Grenzen, ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten, aktives Zuhören und kulturelle Sensibilität. Ebenso wichtig ist ein empowerment-orientierter Ansatz: Probleme nicht für andere zu lösen, sondern sie dabei zu unterstützen, ihre eigenen Stärken und Handlungskompetenzen wiederzuentdecken.

Die Teilnehmenden reflektierten zudem die entscheidende Rolle von Unterstützungssystemen für Freiwillige selbst. Viele von ihnen arbeiten ohne Zugang zu traumasensiblen Schulungen, Supervision oder Austauschformaten — trotz der emotionalen Belastung dieser Tätigkeit. Nachhaltiges Engagement bedeutet auch, sicherzustellen, dass diejenigen, die andere unterstützen, selbst Unterstützung erhalten.

Ein besonderer Fokus lag auf der Unterstützung von Geflüchteten durch andere Geflüchtete. Peer-basierte Initiativen — von Bildung bis hin zu psychosozialer Unterstützung — zeigen, wie Vertrauen, gemeinsame Erfahrungen und gegenseitiges Verständnis die Integration beschleunigen und das Selbstvertrauen stärken können. Die Stärkung solcher Initiativen bedeutet, in Kapazitätsaufbau zu investieren und geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Geflüchtete aktive Rollen in ihren Gemeinschaften übernehmen können.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse: Integration wird dann wirklich wirksam, wenn Menschen sich von Empfänger:innen von Unterstützung zu aktiven Mitgestaltenden entwickeln — und letztlich selbst zu Unterstützenden werden.

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