Text: Svitlana Prokopchuk
Die neue Kolumne von Svitlana Prokopchuk über eine Ukraine, die durch den Krieg kaum wiederzuerkennen ist.
Der Text handelt davon, wie Tod und Beerdigungen zu einem Teil des Alltags der Ukrainerinnen und Ukrainer geworden sind: von den Fotos der Gefallenen in den Zentren der Städte, der täglichen Schweigeminute, den militärischen Beerdigungen, den Familien, die auf ihre Angehörigen warten, und von Menschen, die durch die jahrelange Belastung des Krieges zu altern scheinen, nicht wegen ihres Alters.
Doch hinter diesen Beobachtungen steht ein viel grösseres Thema: Wie verändert der Krieg unsere Vorstellung von einem normalen Leben? Was früher eine aussergewöhnliche Tragödie war, wird zunehmend Teil des Alltags. Eine Beerdigung wird zu einem vertrauten Ereignis in der Gemeinde, die Schweigeminute zu einem täglichen Ritual, und der Schmerz über Verluste sammelt sich in der Gesellschaft. Gleichzeitig ist dies kein Text nur über Verluste. Er erzählt auch von einer anderen Ukraine: einer Ukraine, die trotz des Krieges weiterlebt, arbeitet, Kinder grosszieht, baut und ihre Zukunft plant.
Ausgehend von einer persönlichen Tragödie spricht die Autorin über die kollektive Erfahrung eines Landes, das seit fast fünf Jahren mit Krieg, Tod und Unsicherheit lebt. Es ist der Versuch, aus der Distanz auf die Ukraine zu schauen und nicht nur die Nachrichten über den Krieg zu sehen, sondern auch zu verstehen, wie er Menschen, Gesellschaft und den Alltag verändert.
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Illustration: David Fürst