Von Olena Krylova
Für viele Menschen, die vor dem Krieg in die Schweiz fliehen, rückt eine Frage schon bald in den Mittelpunkt: Wie kann ich wieder selbstständig werden?
Eine Arbeitsstelle bedeutet weit mehr als ein Einkommen. Sie gibt Menschen die Möglichkeit, Selbstvertrauen zurückzugewinnen, Teil der Gesellschaft zu werden und die ersten Schritte in ein neues Leben zu gehen.
Genau diese Fragen standen im Mittelpunkt des Forums für Ukrainerinnen und Ukrainer zu Integration, Anpassung, Berufs- und Bildungsperspektiven, das im Oktober 2024 in Bern stattfand. Vertreterinnen und Vertreter von Bundes- und Kantonsbehörden, Berufsberatungsstellen, Organisationen der Zivilgesellschaft und der ukrainischen Gemeinschaft diskutierten darüber, wie berufliche Erfahrungen und Qualifikationen in der Schweiz neue Perspektiven eröffnen können.
USB wirkte als Mitorganisatorin und Mitgestalterin des Forums mit und brachte dabei sowohl fachliche Expertise als auch Erfahrungen aus der praktischen Integrationsarbeit ein.
Im Workshop „Praktische Aspekte der Arbeitsaufnahme und des Ausstiegs aus der Sozialhilfe“ gingen Svitlana Manzer, Olga Günther und Mila Kastaljan auf die Herausforderungen ein, mit denen viele Menschen nach ihrer Ankunft konfrontiert sind. Im Mittelpunkt standen arbeitsrechtliche Fragen, konkrete Wege in den Schweizer Arbeitsmarkt sowie die Zusammenarbeit mit den Sozialdiensten. Statt allgemeiner Empfehlungen wurden die praktischen Fragen behandelt, die Menschen bei ihren ersten Schritten in Richtung beruflicher Selbstständigkeit tatsächlich beschäftigen.
Das grosse Interesse der Teilnehmenden bestätigte, was USB täglich erlebt: Die Motivation zu arbeiten ist vorhanden. Was häufig fehlt, sind Orientierung, verständliche Informationen und das Vertrauen, dass die eigenen Fähigkeiten und Berufserfahrungen auch in der Schweiz gefragt sind.
Das Forum bot zugleich Raum für den Austausch zwischen Geflüchteten und Institutionen. Fachleute des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements, des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) des Kantons Bern sowie des Berufsinformationszentrums (BIZ) informierten über aktuelle Entwicklungen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt, Qualifizierungswege und die Kompetenzen, die heute besonders gefragt sind.
Ein weiteres Podium widmete sich erfolgreichen Integrationsgeschichten und gesellschaftlichen Initiativen. Moderiert wurde die Diskussion von Svitlana Prokopchuk, Medienkoordinatorin von USB. Die Gespräche machten deutlich: Integration ist keine Einbahnstrasse. Sie gelingt dann, wenn Behörden, Arbeitgeber, Zivilgesellschaft und die Menschen, die neu in der Schweiz sind, gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Für USB war Arbeit schon immer mehr als eine Beschäftigung. Sie bedeutet Teilhabe, Eigenständigkeit und die Möglichkeit, Wissen, Erfahrungen und Talente einzubringen.
Denn Integration beginnt nicht mit Formularen.
Sie beginnt dort, wo Menschen die Chance erhalten, ihre Zukunft aus eigener Kraft zu gestalten.